Imam Mohamed Ibrahim ist im Jahre 1972 auf der Sinai-Halbinsel in Ägypten geboren. Dort wuchs er als Beduine auf und besuchte die Grundschule (1978 – 1984), die Mittelschule (1984 – 1987) und das Gymnasium (1987 – 1990). Bei seinem Abitur (Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Mathematik) im Jahre 1990 war er der beste Abiturient in Nord-Sinai und bekam von einem Verein Namens „Freunde der Beduinen Sinai“ ein Stipendium für ein Maschinenbaustudium in Deutschland. Das Studienjahr 1990/1991 verbrachte er dann an der Universität Kairo als Student der Technischen Fakultät und lernte parallel am Goethe Institut „ein bisschen“ Deutsch bevor er im Juni 1991 zum ersten Mal nach Deutschland kam. Seine erste Station war Heidelberg, wo er vier Monate lang die deutsche Sprache „intensiv“ gelernt hat bevor er sein Maschinenbaustudium an der FH Ravensburg-Weingarten im Oktober 1991 aufnahm. Schon nach einem Monat an der FH Ravensburg-Weingarten hat er für sich entschieden, nach Ägypten zurückzukehren. (Zu den Gründen zählte natürlich das Heimweh!) Von 1991 bis 1993 war er wieder Student der Technischen Fakultät der Universität Kairo. Im Oktober 1993 kam er dann zum zweiten Mal nach Deutschland (dieses Mal ohne Stipendium!) und war bis Oktober 1994 in Heidelberg, wo er sein „Studienkolleg“ absolviert hat. Ab Oktober 1994 war er in Karlsruhe zu Hause. In Karlsruhe hat er nach verschiedenen Wechseln ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens im Jahre 2002 abgeschlossen. Eine Lehrerlaubnis im Koran, für die man den Koran komplett auswendig lernt, hat er sich bei einem Dozenten der Al Azhar Universität in Kairo im Jahre 2003 erworben. Ein Fernstudium der Islamischen Theologie (in arabischer Sprache) hat er an der Europäischen Fakultät für islamische Studien in Frankreich im Jahre 2005 abgeschlossen. Im Jahre 2007 hat er sich das Große Deutsche Sprachdiplom (GDS) des Goethe Instituts und der Ludwig-Maximilians-Universität zu München erworben. Dieses Sprachdiplom ist die höchste Qualifikation, die sich ein Ausländer in der deutschen Sprache am Goethe Institut erwerben kann.
Seine erste Erfahrung als Imam erfolgte schon in der Grundschule, in deren Gebetsraum er als Viertklässler andere Schüler in der Mittagspause im Mittagsgebet geleitet hat. Seine ersten Erfahrungen mit dem Predigen hat er schon als 16- oder 17-Jähriger gemacht, indem er mit seinen Brüdern und Verwandten das Freitagsgebet, zu dem eine Predigt gehört, auf dem Feld (in der Wüste, wo es keine Moschee in der Nähe gab!) verrichtet hat. Er kann sich erinnern, dass er als 18-Jähriger in der Moschee seines Dorfes als Imam und Freitagsprediger gewirkt hat. Seit diesen Zeiten ist „Imam“ für ihn zu einer „Berufung“ geworden. In seiner Kairoer Zeit war er dann Imam im Studentenwohnheim, in Heidelberg und später in Karlsruhe war er bis 2003 „ehrenamtlich“ als Imam tätig. Von 2003 bis 2006 war er dann „hauptamtlich“ als Imam tätig und machte damit seine „Berufung“ zu seinem „Beruf“. In dieser Zeit war er auch muslimischer Vorsitzender der Christlich-Islamischen Gesellschaft Karlsruhe und wurde 2006 mit einem Preis für sein Engagement für das „Miteinander leben“ ausgezeichnet. Seit September 2007 ist er Imam und Geschäftsführer des Islamischen Kulturzentrums Wolfsburg.
Ibrahim unterrichtet und referiert gerne, vor allem zu Themen mit Bezug zum Islam oder allgemein zu der Religion. So war er z.B. im Wintersemester 2004/2005 Lehrbeauftragter am Studiengang für Islamische Religionslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg.
Seit Oktober 1999 ist Ibrahim mit einer Deutsch-Ägypterin verheiratet und hat mit ihr 4 Kinder, drei Söhne und eine Tochter.
Ibrahim liest sehr gerne deutsch- und arabischsprachige Literatur aber auch Bücher zur Religion, Politik und Geschichte und tauscht sich gerne mit Menschen anderer Religionen und Kulturkreisen aus. Gerne spielt er Fußball oder Tischtennis in seiner Freizeit und geht bei schönem Wetter joggen.